Pedro Lenz ist längst kein x-beliebiger Autor mehr, der gebürtige Langenthaler Schriftsteller ist mittlerweile schon Kult. Der Mann hat mit seinen Mundarterzählungen nicht nur einige Preise gewonnen (zuletzt 2010 den Literaturpreis des Kantons Bern), sondern sich damit auch eine grosse Fangemeinde geschaffen. Sein Debütroman im letzten Jahr, „Der Goalie bin ig“, hat grossen Anklang gefunden und den 46-jährigen Schriftsteller definitiv zu einem der grossen Schweizer Literaten gemacht.
„Ig säge s’dir nid zwöi mou“
Bereits zum zweiten Mal hielt er nun im Restaurant gastro elemänt eine kulinarische Lesung. Seine Alltagsgeschichten, oft banal und eigentlich uninteressant, werden durch Lenz’ Worte und seine Ausdrucksweise zu faszinierenden, ja, oft sogar genialen Momentaufnahmen im Leben von Menschen, denen wir täglich begegnen, sie aber kaum wahrnehmen. Bei Pedro Lenz stehen sie für einen kurzen Moment im Mittelpunkt und unterhalten mit ihrem Auftritt das Publikum vortrefflich.
Lenz ist ein Erzähler kleiner Welten. Seine Geschichten drehen sich um einen Labrador, der im nassen Zustand „fürchterlich stinkt“, zwei Männer, die sich im Zug darüber streiten, ob die Frau nun eine Welsche oder Französin sei oder von einer Mutter, die ihrem Kind im Kaufhaus unmiss-verständlich zu verstehen gibt, dass es die Rolltreppe nicht in entgegengesetzter Richtung rennen soll: „Ig säge s’dir nid zwöi mou“, macht sie dem Kind rund 20-mal klar, dass es so nicht geht und Lenz findet, dass sie damit genau richtig gehandelt hat, weil sie es dem Kind wirklich keine zweimal gesagt hat. Auch der zweite Auftritt von Pedro Lenz im gastro elemänt wurde so zu einem literarisches Highlight, das mit kulinarischen Genüssen ergänzt wurde und den Gästen einen unvergesslichen Abend bescherte.
Walter Ryser, Leiter Kommunikation bösiger-langenthal;
Lotzwilstrasse 66, 4900 Langenthal;
062/919 01 07 oder 079/668 95 30.
Seite drucken
Seite weierempfehlen